Ein Spielplatz für den Winter

Die Situation im Winter ist oft gleich. Draußen ist es kalt und nass. Bei so einem Wetter geht niemand gerne auf den Spielplatz. Die Spielgeräte sind eingefroren und nicht mehr gefahrenfrei zu benutzen. Ganz zu schweigen von den kleinen Kindern, die sich meist auf dem Boden aufhalten, im Winter undenkbar. ABER die Kinder wollen sich trotzdem bewegen und in normalen Wohnungen ist es oft einfach zu eng um zu toben.

Da können die Gemeinden ins Spiel kommen, denn viele Gemeinden haben viel Platz. Dieser wird unter der Woche, vor allem vormittags, nicht genutzt und ist meist durch den Kindergottesdienst mit Spielsachen schon gut ausgestattet.

Spielen ist für Kinder Hauptsache. Im Spiel entfalten sie ihre seelischen, geistigen und körperlichen Möglichkeiten und das gilt für jedes Kind gleichermaßen. Das kann man mit dem Winterspielplatz unterstützen. Die Gemeinde bietet eine Möglichkeit für Kinder und ihrer Eltern auch im Winter zu spielen, zu toben, zu krabbeln, zu turnen, sich auszuprobieren, kurz um Erfahrungen, neue Erfahrungen zu machen.

Nicht nur für Kinder ist dieses Angebot wichtig, sondern auch für die Eltern. Oft bedeutet die Geburt von einem Kind einen völligen „Biographie Wechsel“. – Ein neues Leben beginnt. Nichts ist mehr wie es mal war. Hier kann der Winterspielplatz eine wichtige Begegnungsstätte für Eltern werden. Dort gibt es die Möglichkeit für Informationsaustausch, Kontakt zu anderen Eltern in derselben Situation, Austausch von Ratschlägen (fragen, klagen, hören – tragen und getragen werden)

Im Bereich der Flüchtlingshilfe bieten Winterspielplätze ein gutes niederschwelliges Angebot  für Flüchtlingsfamilien, um Kindern aus beengten Wohnverhältnissen eine Spielmöglichkeit und Eltern eine erste Kontaktaufnahme zu bieten.

Der Winterspielplatz ist ein Treffpunkt für Familien, zu dem sie einzeln oder in Gruppen, nach Lust und Laune oder nach Absprache gehen können. Hier können bestehende Kontakte erhalten und vertieft werden oder neue Verbindungen bis hin zu neuen Freundschaften entstehen.

WINTERSPIELPLÄTZE SIND SPIELPLÄTZE FÜR KINDER UND KOMMUNIKATIONSPLATTFORMEN FÜR ELTERN.

Räumlichkeiten

Die meisten Gemeinden nutzten ihren Gottesdienstraum um den Winterspielplatz stattfinden zu lassen. Es gibt aber auch andere Spielplätze, die in Nebenräumen zu finden sind. Abhängig vom Platzangebot sind die Besucherzahlen.

Der Raum sollte gut einsehbar sein. Wenn möglich mit Teppich ausgelegt oder an Stellen die im Sitzen bespielt werden mit Teppich abgedeckt sein. Fußbodenheizung ist hier immer ein Vorteil.

Am besten wird der Raum nach Themen eingeteilt. So ist deutlicher welches Spielzeug in welchen Bereich gehört. Kinder können sich besser einen Überblick verschaffen wenn es kleinere Bereiche sind.

Beispiele für Themenecken im Winterspielplatz:

  • Kuschelecke
  • Zelte
  • Bilderbücher
  • Decken zum Höhlenbauen
  • Bewegungsbereich
  • Trampolin
  • Wippe
  • Hüpfpferde
  • Kullerkreisel
  • Bälle Bad
  • Bobby Car
  • Tunnel
  • Sinnes-, Wahrnehmung- und Koordinationsbereich
  • Sinneserfahrungen durch verschiedene Oberflächen
  • Riechmemory
  • Fühlmemory
  • Mal Ecke
  • Konstruktionsbereich
  • Duplo
  • Bausteine
  • Holzeisenbahn
  • Kugelbahn
  • Puzzle
  • Rollenspielbereich
  • Küchenbereich
  • Puppen und Puppenwagen
  • Verkleidungskiste
  • Abgetrennter U- 1 Bereich
  • Krabbelmöglichkeiten
  • Essbereich
  • Elterncafé
  • Wickel- und Stillbereich

Die verschiedenen Bereiche locken unterschiedliche Kinder an. Das Alter, Geschlecht und der Entwicklungsstand spielen dabei eine Rolle. (Anhang Entwicklung eines Kindes) Welches Spielzeug ist für welches Kind in welchem Alter geeignet?

Ebenfalls braucht der Winterspielplatz eine Garderobe für die Jacken und einen Platz für die Schuhe der Kinder und Eltern. Die meisten Winterspielplätze werden mit Hausschuhen oder Stopper Socken bespielt. Auch die Eltern ziehen ihre Schuhe aus. So wird vermieden, dass die Kinder ausrutschen können. Außerdem bleiben die Spielbereiche und Spielsachen sauber.

Auch ist ein Bereich für Kinderwagen und Buggy hilfreich.

Ein kleiner Sitzbereich für die Eltern „Elterncafé“, meist am Rand des Winterspielplatzes dient den Eltern dazu einen Kaffee zu trinken, mit anderen Eltern oder Mitarbeitern der Gemeinde in Gespräch zu kommen, zu verschnaufen und ihren Kindern einfach beim Spielen zu zusehen. Im Elterncafé bieten einige selbstgemachten Kuchen an, manche Plätzchen, andere geschnittenes Obst und Gemüse. Tee und Kaffee gehören bei vielen zur Grundausstattung.

Aufgaben und Mitarbeitendenbedarf

Das Schöne am Winterspielplatzes ist, dass die Gemeinde keine Aufsichtspflicht hat, sondern diese bleibt bei den Eltern. Das heißt, die Mitarbeiter, die sich mit um den Winterspielplatz kümmern sind nicht haftbar zu machen, wenn es einen Unfall oder ähnliches gibt. Das nimmt vielen Mitarbeitern die Angst.

Es gibt verschiedene Aufgabenbereiche bei dem Konzept Winterspielplatz.

Die Bereiche können sein:

  • Planung des Winterspielplatzes
  • Auf- und Abbau
  • Durchführung
  • Hauptgesicht des Winterspielplatzes
  • Vorbereitung Elterncafé

Bei der Planung des Winterspielplatzes ist es wichtig, dass man das Projekt in die Gemeinde trägt. Dass die Gemeinde davon weiß und die Möglichkeit hat sich einzubringen. Suchen Sie sich Menschen, die für dieses Projekt brennen. Die Lust haben ein sozialdiakonisches Angebot in Ihrer Gemeinde zu schaffen. Wenn Sie 3-4 Leute haben, reicht das für den Anfang völlig aus.

Diese Gruppe informiert sich über die Altersstruktur in der Nachbarschaft, welche Altersstruktur haben wir und wollen wir bedienen? Welche Tage wollen wir den Spielplatz öffnen? Im Vormittags- oder Nachmittagsbereich? Wo können wir uns vielleicht einen Winterspielplatz angucken? Wen können wir kontaktieren um Erfahrungsberichte zu bekommen? Welche Bereiche wollen wir in unserem Winterspielplatz anbieten? Welches Spielzeug brauchen wir dafür? Wo können wir dieses kaufen? Wen können wir wegen Spenden anfragen?

Für den Auf- und Abbau können Sie verschiedene Teams bilden. Diese Leute kommen entweder nur für den Aufbau, nur für den Abbau, oder beides, oder bleiben vielleicht sogar zur Durchführung. Der Auf- bzw. Abbau dauert ca. 30min. Es kommt immer darauf an wie viel Spielgeräte aufzubauen und zu positionieren sind. Am Anfang nimmt das etwas mehr Zeit in Anspruch aber nach und nach geht das immer schneller. Oft wird der Abbau auch gemeinsam mit den Eltern gemacht, die bis zum Ende bleiben. Das gute an diesem Part ist, dass diese Aufgabe eigentlich von jedem Mitglied aus der Gemeinde gemacht werden kann. Für den Auf- und Abbau sind 4 Leute eine gute Teamgröße. Dieses Team kann jedes Mal beim Auf- und Abbauen neu zusammengestellt werden.

Bei der Durchführung kommt es darauf an, wie viele Spielbereiche der Spielplatz umfassen soll und wie groß der Raum ist in dem sich der Winterspielplatz befindet. Viele Winterspielplätze haben zwischen 4 und 6 Spielbereichen. Dabei gibt es Spielbereiche, die sind beaufsichtigungsintensiv und manche benötigen keine Beaufsichtigung. Das gute an diesem Konzept ist, dass die Mitarbeiter nicht dafür verantwortlich  sind, dass die Kinder nett miteinander spielen und alles in geordneten Verhältnissen. Sie haben die Aufgaben die Spielgeräte zu beaufsichtigen und für gute Stimmung zu sorgen, der Gemeinde Gesicht zu verleihen und sich für die Kinder und die Eltern Zeit zu nehmen. Es geht um eine gute Grundstimmung. Natürlich wird hier und da eingegriffen werden müssen, weil manche Eltern ein anderes Verständnis haben, aber das sind eher die Ausnahmefälle. 4 Mitarbeiter für die Durchführung reichen. Oft sind das die Leute, die das Projekt Winterspielplatz mit angedacht, an geschupst und ins Leben gerufen haben.

Das Elterncafé wird oft von älteren Damen aus der Gemeinde gestemmt. Sie backen gerne Kuchen und kümmern sich um das leibliche wohl. Außerdem sind sie oft Gesprächspartner für die Eltern. Für diesen Bereich sind ein bis zwei Leute ausreichend. Es kann auch nur Kuchen gebacken und zum Winterspielplatz gebracht werden. Ganz nach Zeit und Lust. Dieses Team ist sehr flexible. Absprachen sind hier sehr wichtig.

 

Damit die Eltern immer einen festen Ansprechpartner haben, ist es von Vorteil, wenn es einen Hauptverantwortlichen für den Winterspielplatz gibt. Diese Person ist bei der Vorbereitung, Auf- und Abbau so wie bei der Durchführung dabei. Sie kennt sich aus, kann die anderen Mitarbeiter einweisen, wie der Spielplatz aufgebaut wird, wo alle Sachen hinkommen usw.. Sie oder er ist das Bindeglied zwischen Gemeinde und Winterspielplatz.

Finanzieller Bedarf - Finanzierung

Der Winterspielplatz kostet Geld! Das Gute daran ist, viele Gemeinden haben schon viele Spielmaterialien durch die Kindergottesdienste.

Was genau eine Erstausstattung kostet ist schwer zu sagen. Es kommt immer auf die Spielmaterialien und ihre Mengen an. Da spielt die Größe vom Winterspielplatz eine erhebliche Rolle.

Es gibt die Möglichkeit beim Stadtjugendring auf das Projekt aufmerksam zu machen. Die stellen hin und wieder Fördermittel für solche Zwecke zur Verfügung.

Auch gibt es immer wieder Ausschreibungen für soziale Projekte. Bei denen man Gelder gewinnen kann.

Eine weiter gute Möglichkeit ist das Gooding. Hier ein kleiner Film zur Erklärung. https://www.gooding.de/film?internal=1                                                                                                        

In viele Winterspielplätze ist der Besuch kostenlos. Um die laufenden Kosten zu decken sammeln manche Winterspielplätze Spenden durch ein Sparschwein oder Kuchengeld ein.

Das lieblings Sparschwein gibt es hier:  http://www.bigbellybank.de

Die Dino Spardose regt zum Spenden an.

 

Ein wichtiger Faktor ist die Gemeinde. Sie stellt Räumlichkeiten zur Verfügung, oft stellt sie einen Hauptamtlichen in diese Arbeit und unterstützt dieses Projekt auch finanziell. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Gemeinde vom Winterspielplatz weiß, diesen will und unterstützt.

Bei neuen Fördermitteln wird der Winterspielplatz vom GJW informiert. Wenn Sie Informationen dazu wünschen, schreiben Sie uns eine Mail: info@gjw-nrw.de

Zeitlicher Rahmen

Es gibt verschiedene Modelle den Winterspielplatz zu öffnen. Hierbei kommt es vor allem auf die Zielgruppe an. Wenn Sie einen Winterspielplatz für Kinder bis 3 Jahren haben, dann ist es sinnvoller im Vormittagsbereich zu öffnen. Wenn Sie ältere Kinder im Blick haben, die Vormittags im Kindergarten sind, ist der Spielplatz im Nachmittagsbereich zu öffnen.

Hauptsaison der bestehenden Winterspielplatze ist der Zeitraum ab den Herbstferien bis zu den Osterferien. Es gibt auch Spielplätze, die nur einen Monat geöffnet haben. Dabei sind alle Konstellationen denkbar. Entscheidend dabei ist, was die Gemeinde und ihre Mitarbeiter leisten können.

Die Anzahl der Öffnungstage ist ebenfalls von Winterspielplatz zu Winterspielplatz unterschiedlich. Zwischen 1 bis 5 Tagen wöchentlich gibt es jede Variante.

Die meisten Winterspielplatze haben zwischen anderthalb und drei Stunden geöffnet. Hier bei spielen die Mitarbeiter die entscheidende Rolle. Entscheiden Sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitern wann und wie langer der Winterspielplatz geöffnet haben soll.

Ausstattung und Gestaltung

Es gibt bei den Winterspielplätzen keine feste Ausstattung, die man unbedingt haben muss. Ich möchte gerne einen kleinen Überblick über die Spielsachen geben, die immer wieder und mit voller Freude von den Kindern benutzt werden und somit zu Dauerbrennern im Winterspielplatz geworden sind.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Winterspielplatz zu gestalten. Dafür ist es sehr wichtig mit dem Team einen Weg abzustimmen wie das bei Ihnen passieren soll.

Die Frage ist, wie gestalten Sie IHREN Winterspielplatz?

Eine kleine Auswahl von Fragen dazu, die interessant sind, um seinen eigene Winterspielplatz zu kreieren.

Du hast voher geschrieben: WINTERSPIELPLÄTZE SIND SPIELPLÄTZE FÜR KINDER UND KOMMUNIKATIONSPLATTFORMEN FÜR ELTERN, dass st ein niederschwelliges Angebot indem keine christlichen Inhalte vorkommen.

Sollten christliche Lieder, Geschichten, Impulse und Gebete angeboten werden, muss das in der Werbung deutlich gesagt werden. Denn ein Spielplatzangebot ist zunächst ein neutrales Angebot zum Spielen. Ich sehe das christliche Profil eines Winterspielplatzes eher in der Haltung, wie die Mitarbeiter/innen den Gästen begegnen und den Gesprächen, die sich daraus ergeben.

Evt können auch biblische Geschichten vorgelesen, Lieder gesungen und... werden, aber als Angebot und nicht verpflichtend für alle.

  • Soll es einen gemeinsamen Anfang geben?
  • Wird gemeinsam gesungen?
  • Wie soll unser christliches Profil zum Ausdruck kommen? (Statt der Fragen 3-8)
  • Sind das christliche Lieder?
  • Wie wollen wir klarmachen das wir Gemeinde sind?
  • Gibt es einen Impuls?
  • Werden christliche Geschichten erzählt?
  • Wollen wir die Kinder segnen?
  • Wird gemeinsam gebetet?
  • Gibt es einen gemeinsamen Schluss?
  • Wie wollen wir Nächstenliebe leben?
  • Wie wollen wir den Kindern und ihren Eltern begegnen?
  • Was können Leitlinien für unsere Arbeit werden?
  • Wie wollen wir den Winterspielplatz mit der Gemeinde verknüpfen?

Kooperation

Wenn Sie sich als Gemeinde auf den Weg machen und sich für den Winterspielplatz als soziales Projekt in Ihrer Gemeinde entscheiden, würde ich immer empfehlen, einen schon bestehenden Winterspielplatz zu besuchen. Dabei bekommt sie einen guten Überblick und danach weiß ziemlich genau, was der Winterspielplatz ist. Ich habe diese Besuche immer als sehr motivierend erlebt. Fragen können gestellt und Unklarheiten beseitigt werden. Außerdem bekommt man vielleicht noch einmal neue Ideen, die man auch bei sich auf dem Spielplatz umsetzen kann.

Meldet euch gerne beim GJW.NRW wenn ihr erfahren wollt, wo bei euch in der Nähe ein Winterspielplatz ist.

Anfrage / Kontakt

Lena Werther

Sozial- und Jugendreferentin

Jugend, Winterspielplatz, Bildung

Hélena Noß

Kinder- und Jungscharreferetin

Kinder, Jungschar, Bildung